Elitäres Brimborium oder die Kunst des Purismus
Was mir da erst vor einigen Augenblicken in einem Artikel bei meinem Mentor cdv! vor die Augen kam, hat mich doch stutzig gemacht. Die renommierte Designbüro Graustich , sonst stets auf perfekte Formen und gute Inhalte bedacht, veröffentlicht Texte, die so manchem Deutschlehrer die Tränen in die Augen treiben könnten einfach kein gutes Licht auf die Agentur werfen.
Dabei müsste doch nur jemand, der die deutsche Sprache und Grammatik beherrscht, einmal Korrekturlesen. Ich weiß, dass nicht jeder alles können muss.
Was ich dann aber fast noch schlimmer finde:
Der etwas holprige Text wirkt durch die ständige Kleinschreibung noch wirrer.
kleinschreibung kann elitär und puristisch wirken.
Bei längeren Texten erschwert sie aber unnötig das Lesen und lässt ihn chaotisch erscheinen.
Auch ich schätze Kleinschreibung. Aber nicht mehr oder weniger als die Großschreibung.
Beides ist hier im Blog verwendet und bei beidem muss man sehr behutsam dosieren.
Auch edle Perlen wirken als großer Haufen plump.
Purismus ist sparsam und sollte meiner Meinung nach auch so eingesetzt werden, so widersprüchlich das klingt. Der Zweck steht nämlich bei einem Produkt doch an erster Stelle.
Ansonsten finde ich das einfach-puristische Element bei Graustich wunderbar eingesetzt, die Schöpfungen gefallen.
Was ich außerdem bemerkt habe: Manchmal bin ich doch noch ein wenig aufmerksamer als der Profitexter von fast nebenan.
Dafür bitte 5 Sekunden Ruhm für mich.
Und kaum sagt man was, setzen sich Hebel in Bewegung. Der verbesserte Text .
Oktober 29th, 2009 at 00:50
Jedem seine Brille: Der Profitexter sieht hinter den Buchstaben noch viel mehr.Dazu später noch mal mehr. Und er sieht auch: das “wneig” im Text. Nur mal so.
Oktober 29th, 2009 at 01:02
Und eine Zeile sollte nie mit einem Komma beginnen, oder?
Graustich , sonst
Oktober 29th, 2009 at 06:48
hallo Mammut,
finde ich cool, wie Du Dich in Wettstreit und Diskussionen mit Deinem “Mentor” (übrigens: gute, passende Bezeichnung, fordert von ihm anständiges Benehmen) einlässt, weiter so, ich werde mit Genuß mitlesen!!
Oktober 29th, 2009 at 16:30
Hach ja, ich habe zum Glück nie behauptet, keine Fehler zu machen. Das wneig vor dem aufmerksam erfüllt aber dort tatsächlich einen Zweck. Bin froh, dass man es entdeckt hat, bevor ich auch darüber herziehen könnte (was ich ja nicht tue).
Also Wettstreit mit meinem Mentor würde ich so mal nicht sagen. Eher sind es lustige Frotzeleien.
p.s. @alomuc: Also das mit dem Komma liegt bei dir an der Darstellung, bei mir sind alle Zeilenumbrüche so, dass keine Zeile mit Sonderzeichen anfängt.
p.p.s. das wneig wurde korrigiert. ein wneig.